Hartes Brot ist kein hartes Brot

Auf einem Mittelaltermarkt habe ich einst einem Schmied bei der Arbeit zugeschaut. Dabei nahm ich ein paar Gesprächsfetzen auf, die ich sicher nie vergessen werde.

“Hartes Brot ist kein hartes Brot, kein Brot ist hartes Brot.”

Dieser Satz ist mir bis jetzt immer in Erinnerung geblieben, erzählt er doch von Lebenserfahrung und innerer Einstellung. Aber wer wäre ich, wenn ich damit nicht auch etwas in der Küche anfangen könnte.

Hartes Brot kommt vor, ist nicht mehr wirklich lecker und landet oft in der Tonne oder im Ententeich. Dabei ist hartes Brot, nicht nur zur Herstellung von Paniermehl, eine äußerst wertvolle Resource. Semmelknödel beispielsweise sind ohne hartes Brot gar nicht machbar, armer Ritter ebenfalls. Aber hartes Brot kann man auch wieder besser als frisch hinbekommen.

“Sagtest Du, besser als frisch??”

Ja, das sagte ich. Hier das Rezept, probiert es einfach mal aus und sagt mir, ob ihr jetzt jemals wieder hartes Brot wegwerfen würdet.

Zutaten

  1. Altes, trockenes Brot
  2. Butter und einen Pinsel
  3. Wasser

Zubereitung

  1. Das alte Brot kurz von beiden Seiten unter den Wasserhahn halten. Im Idealfall ist dieser an, sonst stellt ihr einfach das kalte Wasser an.
  2. Nun erhitz ihr eine Teflonpfanne auf Stufe 7 (Bratstufe) und pinselt sie mit etwas Butter aus
  3. Legt die nasse Brotscheibe in die Pfanne und bratet sie von beiden Seiten, bis sie eine schöne, goldbraune Kruste bekommen hat. Dabei bei Bedarf die Pfanne mehrmals mit Butter einpinseln.

Das wars im Grunde. Wer Lust auf Käse hat, der legt auf das fertige Brot eine Scheibe Käse und wendet das Brot in der Pfanne. So könnt ihr den Käse schmelzen und sogar knusprig braten. Da wir eine Teflonpfanne benutzen, pappt der Käse am Brot, nicht an der Pfanne.

Durch das Wasser in der Brotscheibe wird die Krume und die Kruste wieder weich und saftig, gleichzeitig verhindert das Wasser, das die Scheibe sich mit Butter vollsaugt. Wenn ich Brot so zubereite, essen meine Kinder sogar fast am liebsten die Kruste, die normalerweise hier verschmäht wird.

Gerade für selbst gebackene Hefeweißbrote ist diese Verwertung ideal, neigen selbige doch schnell zum austrocknen und hart werden.

Brot backen ganz leicht

Hier ein gelingsicheres Hefeweißbrot gebacken in einer Glasschüssel. Es ist wirklich nicht schwer und das Ergebnis war bei mir jedes mal perfekt. Alles was du dazu brauchst ist lediglich eine Glasschüssel mit Deckel. Als Marke sei hier Pyrex erwähnt, wobei ich noch dazu sagen muss, das ich eine x-beliebige Marke verwende. Wichtig ist, das sie feuerfest ist und einen passenden Deckel besitzt. Auf die Idee mit der Schüssel bin ich durch Patrick Ryan gekommen, tausend dank dafür.

Ein wunderbares Brot, gebacken in der Glasschüssel

Für den Teig

  1. 350 g Wasser
  2. 500 g Mehl (ich benutze 550 Weizenmehl)
  3. 10 g Salz
  4. 1/2 Würfel Hefe (für eine Gehzeit von 1 Stunde, 0,6 g für 12 Stunden Gehzeit)

Zubereitung

  1. Wasser, Salz, Mehl und Hefe (in der Reihenfolge, damit die Hefe vor dem Salz geschützt ist) in eine Schüssel geben und ordentlich durchkneten. Mit einer Küchenmaschine geht das in etwa 6 Minuten, per Hand natürlich länger)
  2. Den Teig abgedeckt in der ca.22 Grad warmen Küche gehen lassen (je nach Hefemenge 1 oder 12 Stunden)
  3. Den Backofen auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen, etwa 20 Minuten
  4. Das Brot erneut durchkneten um eine gleichmäßige Verteilung der Luftblasen zu erhalten. Je kürzer das Brot geknetet wird, umso unregelmäßiger und größer sind die Luftblasen.
  5. Das Brot muss nun noch rundgeschliffen werden. Wie das geht seht ihr in diesem Video. Wir lassen unser Brot aber nach dem Schleifen nicht noch erneut gehen.
  6. Der Deckel der Schale wird gebuttert, damit das Brot nicht festbackt.
  7. Jetzt wird das Brot in den Deckel gelegt, mit dem Schluss nach unten (das ist die Seite des Teiges, auf der vom kneten und schleifen noch Falten zu sehen sind)
  8. Nun schneiden wir das Brot noch ein, ich mache das gerne rund im Kreis, aber da kann man noch viel rumprobieren. Das ganze geht hervorragend mit einer Rasierklinge, die auf ein Esstäbchen geklemmt wird. Zur Not geht es aber auch ohne Stäbchen, ne Rasierklinge sollte es aber sein.
  9. Das Brot kommt samt Deckel für 25 Minuten in den Ofen. Dabei sollten die Griffe von Deckel und Schale nicht übereinander liegen, sonst wird es schwer, die Schale aus dem zu nehmen.
  10. Nach 25 Minuten wird der Deckel abgenommen und das Brot für weitere 15 Minuten gebacken.

Durch die Glasschüssel bleibt die Feuchtigkeit am Brot und selbiges kann hervorragend aufgehen und aufreißen. Die Kruste bekommt das Brot anschließend durch das Backen ohne Schüssel, nur im Deckel.

Wer mag kann die Oberfläche vor dem einschieben in den Ofen bemehlen, in Hafer wälzen oder andere Saaten drauf geben. Ein fantastisches Brot, das durch die Schüssel wirklich jedes andere Brot, welches ich bisher gebacken habe, um Meilen hinter sich lässt.

Eine Schüssel, hier als Beispiel, findet ihr hier. Hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link, dieser soll aber nur zeigen, was für eine Schüssel ich meine. Kauft, wo ihr wollt.

Okonomiyaki

Okonomiyaki sind eine herrliche Pfannkuchenvariante, die bei uns noch recht unbekannt ist. Sie werden auch japanische Pizza genannt, unterscheiden sich aber so stark von eben dieser und einem normalen Pfannkuchen, das dieser Vergleich nicht mal mehr hinkt.

Okonomiyaki (Osaka-Art)

Okonomiyaki nach Osaka-Art

Zutaten (Pfannkuchen)

  • 300g Mehl
  • 3 Eier
  • 300 ml Dashi, Wasser oder Hühnerbrühe (für Dashi Wasser kochen, mit einem Stück Kombi-Alge fünf Minuten köcheln lassen, dann Bonino-Flocken zugeben und 10-15 Minuten ziehen lassen. Dann die festen Bestandteile absieben). *
  • 1 TL Salz
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Zubereitung (Pfannkuchenteig)
1.Das Mehl mit der Dashi-Brühe und dem Salz verrühren und für ca. 10 Minuten ruhen lassen.
2.Eier zugeben und verrühren, bis ein glatter Teig entsteht.Weitere Zutaten werden mit dem Teig vermengt (Der Kohl gehört immer dazu, die übrigen Zutaten kannst du nach Belieben auswählen)

  • 1 kleiner Spitzkohl, in sehr dünne Streifen geschnitten
  • 4 Scheiben dünn geschnittener Schweinebauch oder Bacon, in Streifen oder Würfel geschnitten.
  • frische Bohnensprossen
  • Gekochte Nudeln
  • Garnelen
  • Muschelfleisch
  • Eingelegter, rosafarbener Ingwer

Die vermengten Zutaten werden in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten zu drei bis vier Zentimeter dicken Pfannkuchen gebraten. Zwischendurch deckst du die Pfanne mit einem Deckel zu, damit auch innen alles gar wird. Den fertigen Pfannkuchen sofort mit den Toppings (s.u.) versehen und servieren.

Toppings

  • Bonitoflocken
  • Okonomi-Sauce (selbstgemacht* oder im Asialaden gekauft)
  • Mayonnaise
  • Frühlingszwiebeln, in feinen Ringen
  • Aonori-Pulver

Feta-Dattel-Currypaste

Salz, Frucht und süße, kombiniert mit dem herben Geschmack von Feta, so einfach kann eine süchtig machende Droge sein. Dazu frisches Fladenbrot, Ciabatta oder ähnliches Weißbrot und der Abend ist gerettet. Nachdem ich das ganze einmal mit zu einer Party genommen habe, muss ich es immer wieder mit anschleppen. “Kannst Du nicht bitte wieder diesen tollen Käse machen, den Du immer machst?” Weiterlesen “Feta-Dattel-Currypaste” »

Safthuhn

Viel zu oft muss man viel zu trockenes Huhn essen, überwürzt mit Salz und Paprika, weil der Vogel ansonsten nach nichts mehr schmecken würde. Und eigentlich will man dann doch nur die Keulen essen, die Brust ist meist so dröge, das man sich fragt, warum man sich ein halbes Hähnchen vom Grill bestellt hat. Jedes mal erneut.

Zum Glück hat das jetzt alles ein Ende, und zwar sofort, denn dieses einfache Rezept gelingt immer und niemand wird sich mehr wünschen, die Keule bekommen zu haben, sobald man in das tropfend saftige Fleisch der Hühnerbrust beißt…

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Mein Pizzateig und wie daraus die beste Pizza der Welt wird

Dieses Bild einer selbst zubereiteten Pizza soll Dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen und suggerieren, das Du sofort mindestens genauso geil kochen kannst, wie der Author dieses Rezeptes

Dieses Bild einer selbst zubereiteten Pizza soll Dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen und suggerieren, das Du sofort mindestens genauso geil kochen kannst, wie der Autor dieses Rezeptes.

Hier steht normalerweise ein Einleitungstext, der Dich dazu bewegen soll, das folgende Rezept unbedingt auszuprobieren, damit Du Deinen Freunden und jedem, den Du kennst, von dieser genialen Webseite erzählst, auf der es so fantastische Rezepte gibt. Dabei bin ich mir auch nicht zu fein, emotional berührende Begebenheiten zu erzählen, Kindheitserinnerungen zu wecken oder auf Produkte zu verlinken, die Du Dir unbedingt kaufen willst.

Weil dieser Pizzateig aber einfach, schnell, mit verbesserter Rezeptur, “wie damals” von Hand geknetet wird und ohne Geschmacksverstärker hergestellt wird, kann ich mir diesen ganzen Zinnober auch einfach sparen und direkt zum Rezept kommen. Weiterlesen “Mein Pizzateig und wie daraus die beste Pizza der Welt wird” »

Marinierte Zwiebeln und wie ein Salat daraus wird

Marinierte Zwiebeln mit Honig und roter Paprika

Marinierte Zwiebeln mit Honig und roter Paprika

Grillwetter ist ja auch so Salatwetter, denn die lassen sich klasse vorbereiten, bringen tolle Farben mit sich, kosten nicht viel und verstopfen den Magen nicht, der wird noch zur Fleischaufnahme benötigt. Und wer nicht viel Geld für Beilagen ausgeben muss, der kann sich natürlich auch ein anständiges Stück Fleisch leisten.

Wer wie ich nicht viel von esoterisch-leichten Pseudosalat hält, man denke nur an Kartoffelsalat mit Pflanzenfett, welches als Salatcreme angeboten wird, geschweige denn Sprossensalaten, der will was herzhaftes, zumal wir ja auch nicht vorhaben, interdimensionales Grillgut zuzubereiten. Also, her mit einem würzigen Salat, der mit den kräftig gewürzten und über offener Glut kross gegrillten Schweinebauchscheiben oder Nackensteaks mithalten kann. Weiterlesen “Marinierte Zwiebeln und wie ein Salat daraus wird” »

CC 101-Spätzle

Krautfleckerl auf Schwäbisch mit frischen Spätzle

Krautfleckerl auf Schwäbisch mit frischen Spätzle

Wer Sauce liebt, der kommt um sie nicht herum: Spätzle. Und wer kochen lernen will, der sollte sich diese einfache, aber sehr leckere Beilage direkt auf seinen “Muss ich noch kochen”-Plan schreiben. Wie man sie herstellt und anschließend auch noch extrem lecker zubereitet, darüber sprechen Oliver und der andere Typ dann auch in dieser geschmackvollen Ausgabe des Culinaricast.

Macht das unbedingt zuhause nach.

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Lachs braten mit Haut-SO wird’s knusprig und saftig

Lachs mit Haut, schön knusprig gebraten und trotzdem saftig serviert, das ist ein wahrer Traum Der kann jetzt für jeden wahr werden, denn das ganze ist so einfach, dafür muss man nicht viel können. Worauf man achten muss und wie das ganze funktioniert, das zeige ich Dir in diesem Video. Viel Spaß beim nachmachen und später angeben. Dazu gibt es noch ein saftiges Wurzelgemüse, das im Handumdrehen zubereitet ist.