CC 108-Gourmetmeile 2014 Nachwehen

Eindrücke rund um die Gourmetmeile 2014

Eindrücke rund um die Gourmetmeile 2014

Oliver und ich haben uns getroffen, um über die Gourmetmeile 2014 in Minden/Westfalen zu sinnieren. Was war gut, was kann und sollte verbessert werden, wer hatte das leckerste Essen und warum mag Oliver Svens Überleitungen manchmal nicht? Über all das, und mit Sicherheit auch noch viel mehr, haben wir uns unterhalten. Außerdem erklären wir, woher unsere super Einstiegsgags kommen. Viel Spaß beim *schmören. Ja, und wir klären auch,w arum wir auf den Fotos hier so doof aussehen. Mehr Fotos des Events und der Speisen findet Ihr hier.

*schmören, das – Mischung aus hören und schmachten, typische, passive Aktivität während des fragwürdigen Genusses von **Feard-Porn

** Feard-Porn, der – Food-Porn für die Ohren, typischer Weise serviert als ***Audio-Podcast

*** Audio-Podcast, der – ehrlich? Ich mein, darum seid Ihr doch hier, um die Sendung zu hören. Oder?

CC 107-Gourmetmeile Minden 2014 Vorbesprechung

Ossobuco an Bardonilo-Jus - das Bild habe ich bei Ili geklaut, schließlich gibt es noch kein aktuelles Bildmaterial von der Gourmetmeile 2014

Ossobuco an Bardonilo-Jus – das Bild habe ich bei Oli geklaut, schließlich gibt es noch kein aktuelles Bildmaterial von der Gourmetmeile 2014

Oliver und ich sind in freudiger Erwartung versammelt, denn bald ist es wieder soweit. Vom 11. bis zum 13.07.2014 öffnet die Gourmetmeile ihre Tore und lockt mit Köstlichkeiten zwischen fantasieloser Einheitskost und aufregend exotischen Schätzen aus tausend und einer Nacht. Was wir am Samstag, dem 12.07 so alles probieren wollen, was es noch so gibt und warum Ili eine helle Leuchte ist, das alles erfahrt ihr hier, in der großartigsten Podcastproduktion des gesamten Planeten*

Außerdem veranstalten Oliver und ich ein Hörertreffen auf der Gourmetmeile, und zwar am Samstag, den 12.07.2014 um 11:00 an Stand 17. Und wer vorbeikommt und mag, der nimmt sogar noch an einem Gewinnspiel teil. Denn wir verlosen ein Ticket für podstock.de, dem 1. deutschen Podcastfestival.

Weiterlesen “CC 107-Gourmetmeile Minden 2014 Vorbesprechung” »

Hörertreffen auf der Gourmetmeile in Minden/Westf. 2014

Oliver und ich wollen uns mit Euch auf der Gourmetmeile in Minden treffen. Wer kommen möchte schaut einfach vorbei, Ihr findet uns am Samstag, den 12.07.2014 um 11:00 an der Cocktailbar der EDEKA, Stand 17.

Von da aus ziehen wir dann über die Meile und wollen mit Euch einen angenehmen Mittag mit allerlei, hoffentlich guten und interessanten, Gerichten verbringen, klönen, schnacken, Spaß haben.

Wer uns verpassen sollte oder einfach später nachkommt, der kann uns über Twitter erreichen: @culinaricast. Wir freuen uns auf Euch.

Den Flyer der Gourmetmeile könnt Ihr Euch hier herunterladen, dort enthalten ist sowohl eine Stand- als auch eine Speisenübersicht.

CC Gourmetmeile Minden 2013 Vorbesprechung

Weiterlesen “CC Gourmetmeile Minden 2013 Vorbesprechung” »

CC 058-Speisekarte und Kritik an der Gourmetmeile in Minden 2012

Oliver und ich haben uns kurz vor der Gourmetmeile die Speisekarte einmal etwas genauer angeschaut, was gab es zu essen, wer nahm Teil, was können wir an Speisen empfehlen und vor allem, wie war das ganze denn dann auf dem Teller? Außerdem klären wir auf, warum wir beide aus einem der Zelte gleich rausgeworfen wurden. Viel Spaß mit dem letzten Teil der Gourmetmeilen-Berichterstattung. Demnächst geht es hier wieder weiter wie gewohnt im Programm.

Die Gourmetmeile 2012 in Minden – meine Kritik

Wie bereits letztes Jahr sind Oliver und ich über die Gourmetmeile in Minden geschlendert und haben das ein oder andere probiert um zu sehen, wer frisch kocht, wer Fertigprodukte verwendet, was Gourmet und was Hausmannskost ist. Im Vorfeld dazu haben wir einige Hintergrundgespräche geführt. Mit dabei waren Herr Dr.Sander von Minden Marketing, Jens-Uwe Müller vom Feinkosthaus Minden, Herr Meya aus der Gourmetmeilen-Fachjury und Herr Stefan Klemme, Marktleiter des E-Center Minden. Die Interviews sind hier zu finden, ebenso einige Essenskritiken, die hier nicht im Artikel zu finden sind.

Kritik zur Gourmetmeile 2011 in Minden

Die besondere Freundlichkeit der Gourmetmeile
Die Gourmetmeile fing für Oliver und mich mit einer großen Überraschung an: Ich suchte mir „Holland´s Gourmetservice“ als erste Anlaufstelle aus und wollte dort den Kalbsrücken probieren. Zu meiner großen Überraschung wurden wir Beide aber von der Dame des Hauses im Auftrag Ihres Mannes aufgefordert, umgehend das Zelt zu verlassen, man würde uns hier nicht bedienen wollen. Ich erspare hier mir und dem Leser die genaueren Ausführungen, letztendlich verhielt es sich aber wohl so, das Oliver 2009 eine Bewertung in seinem Blog geschrieben hatte, in dem er seine Meinung kundtat, die von „Holland“ angebotene Aioli sei nicht selbstgemacht und schmecke nach normaler Mayonnaise mit Knoblauch. Der Betreiber dieses Zeltes hätte sich wohl auch bei der Minden Marketing GmbH über uns oder ihn (das weiß ich nicht genau) beschwert. Bevor wir so etwas schreiben hätten wir wenigstens Nachfragen können, ob die Aioli selbstgemacht sein.

Dazu einmal kurz mein Standpunkt:
Als erstes hat Oliver diese Kritik öffentlich in seinem Blog geschrieben, in dem sowohl sein Klarname als auch seine Adresse zu finden sind. Weiterhin lässt jeder Artikel in Oliver´s Blog Kommentare zu. Des weiteren ist dort natürlich auch seine eMail-Adresse vermerkt über die ebenso der Kontakt möglich war. Uns also vorzuwerfen, wir hätten Kontakt aufnehmen sollen um nachzufragen, ob das Aioli selbstgemacht sei, sich im Gegenzug aber nur beim Veranstalter beschweren, das man seiner eigenen Meinung nach ungerecht kritisiert wurde, ist eine Peinlichkeit, die kaum zu übertreffen ist. Sich dann noch dahingehend zu äußern, man würde keine Berichterstattung wünschen ist meiner Meinung nach kaum noch zu übertreffen. Natürlich berichte ich davon, immerhin gehört diese Erfahrung zu meinem Erlebnisbericht der Gourmetmeile. Und es ist schon eine merkwürdige Erfahrung, wenn man ganz unverhofft des Zeltes verwiesen wird.

Die Gerichte

Kommen wir nun zu den erfreulichen Augenblicken auf der Gourmetmeile, und ich kann schon verraten, es gab einige dieses Jahr.

Mindener Feinkosthaus

CAJUN CARNEVAL COMBO Chicken Sticks mit Cajun Gambas mit frischem Maisbrot

CAJUN CARNEVAL COMBO – Chicken Sticks mit Cajun Gambas mit frischem Maisbrot

Als Sieger der Jurybewertung letztes Jahr war das Mindener Feinkosthaus natürlich ein muss. Die Jakobsmuscheln letztes Jahr haben uns beide absolut überzeugt, obwohl wir auch hier Kritik angebracht haben, zu verbessern gibt es fast immer etwas. Ich für meinen Teil wollte aber wissen, ob das Feinkosthaus den Sportsgeist besitzt auch an diesem Rennen ernsthaft teilzunehmen. Bisher habe ich auf der Gourmetmeile noch nie wirklich gute und gut zubereitete Garnelen gegessen.  Fast ausschließlich waren Garnelenspieße vertreten, diese sind mir immer sehr suspekt. Jens-Uwe Müller und seine Mannschaft haben dieses Jahr aber bewiesen, das Garnelen in sehr hoher Qualität keine Unmöglichkeit sind. Frisch gebraten, genau auf den Punkt und lecker Gewürzt kamen diese neben Hänchenspießen und Maisbrot auf den Teller. Die Spieße waren mir zu lasch gewürzt, in Kombination mit dem Dipp jedoch genau richtig.
Kritik: Das Maisbrot verlangte nach einem cremigen Dipp, ohne diesen erwies es sich als zu trocken. Angeröstet, mit etwas Knoblauchöl oder bestrichen mit einem sauren Dipp, das wäre ne runde Sache gewesen. Die Garnelen waren unantastbar gut, die Hähnchenspieße saftig und in Kombination mit dem Dipp auch überdurchschnittlich.

BESCHWIPSTE BANANE Geschichtete Quarkspeise mit Bananenkompott mit Rum verfeinert

BESCHWIPSTE BANANE
Geschichtete Quarkspeise mit Bananenkompott
mit Rum verfeinert

Wir bezahlen die Essen, die wir bewerten eigentlich immer selber, jedoch ist es ein sehr teures Vergnügen für 2 Privatpersonen sich möglichst weitreichend durch das gesamte Programm zu schmecken. Daher lehnen wir dieses nicht ab, kommunizieren aber auch, wenn wir eingeladen wurden. So wie bei der „Beschwipsten Banane“. Hierbei handelte es sich um eine Quarkspeise die cremig und und stilvoll im Glas serviert daherkam, ein Punkt, der auf dieser Gourmetmeile nicht selbstverständlich war. Kein Fertigpulver fand hier Anwendung und mir gelang es (ich schreibe dies mit etwas Stolz) fast alle Zutaten ohne Blick auf die Karte zu erraten. Die kräftige Farbe, welche die Bananenschicht besaß, verdank dieses Dessert dem Curcuma, der einen leichten Eindruck eines englischen Currys in meinem Mund erweckte. Sehr raffiniert und simpel.
Kritik: Das Dessert war sehr einfach gehalten, war geschmacklich eine schöne Kombination und sah im Glas ordentlich und stilvoll aus. Die Beiden Schichten Quarkcreme bestanden aus der gleichen Masse. Hier wären zwei Schichten mit unterschiedlichem Geschmack möglich gewesen, Kokosnuss in der unteren Schicht Beispielsweise wäre ein hervorragende Möglichkeit gewesen. Ansonsten wie bereits erwähnt eine runde Sache, bei der wohl niemand wirklich bereut haben kann sein Geld ausgegeben zu haben.

Hotel Restaurant Schäferhof

Entenbrust an Orangensauce auf Linsengemüse und Röstitaler

Entenbrust an Orangensauce auf Linsengemüse und Röstitaler

Eine der absolut positiven Überraschungen für mich war die Entenbrust an Orangensauce. Zwar erreicht der Schäferhof mit diesem Gericht, das bereits letztes Jahr (und ich glaube auch die Jahre davor) vertreten war nicht meine Ansprüche an das, was ich unter Gourmet verstehe, und ich glaube auch nicht das der Schäferhof versuchen möchte, den Gourmet anzusprechen, sondern eher Freunde gutbürgerlicher Küche, aber im vergleich zum Vorjahr hat sich doch einiges erheblich verbessert. So wurde die Entenbrust nicht mehr „rosa gebraten“ angeboten, etwas das nach eigener Aussage nicht wirklich umsetzbar sei auf der Gourmetmeile. Das Problem mit solchen Gerichten ist dann immer, das wenn ich eine Entenbrust „rosa gebraten“ erwarte, dabei aber eine durchgegarte erhalte, ich schon sehr enttäuscht bin. „Weniger Versprechen, mehr halten“ ist mir da lieber.
Der Rösti war selbstgemacht und lecker, nicht trocken oder zu fettig. Die Linsen wurden in einer leichten Cremesauce serviert und nicht nur in Brühe heiß gemacht. Sehr schön, so lass ich mir das auch schmecken.
Kritik: Die Haut der Entenbrust war leider nicht kross, dies wäre durch erhitzen unter einem Grill oder auf einer Grillplatte möglich gewesen. Die Orangensauce konnte ich leider nicht beurteilen, es war einfach zu wenig auf dem Teller. Die Linsen waren wesentlich besser als im letzten Jahr, allerdings muss ich sagen wäre ich über eine andere Beilage sehr erfreut gewesen, Linsen und Ente, irgendwann ist das Thema einfach „gegessen“. Ein  fruchtig-süßer Rotkohl passt auch im Sommer, wenn er denn nicht so fettig wie im Winter gekocht wird und auf den Zimt verzichtet. Alles in allem war ich aber wirklich erfreut, das die Kritik, ob nun von mir oder anderen, ernst genommen und beherzigt wurde.

Grosse Klus

Ferkelbäckchen mit Stampfkartoffeln

Ferkelbäckchen mit Stampfkartoffeln

Von Stand Nummer 7 hatte ich mir viel erwartet, besonders auf die Ferkelbäckchen war ich gespannt. Ich liebe Bäckchen, vor allem von Rind oder Kalb. In Verbindung mit Stampfkartoffeln und einer kräftigen Sauce ist dies ein wahrer Hochgenuss. Zu den Ferkelbäckchen wurden Kartoffelmousseline angeboten und ich war gespannt, was man in der „Grossen Klus“ wohl darunter verstehen würde. Serviert wurde mir eine Portion die ich als genau richtig für die Gourmetmeile empfand, glücklicherweise muss ich das Preis-Leistungsverhältnis nicht bewerten, da es mir nur um die kulinarischen Aspekte der Gourmetmeile geht. Ich wurde leider etwas Enttäuscht was das Gericht anging: Die Kartoffelmousseline entpuppte sich als cremige, schmackhafte Stampfkartoffel, die Beschreibung war (nach Aussage des Personals am Stand) nur eine schöne Schreibweise dafür. Diese Ehrlichkeit verlange ich auch von der Speisekarte. Schönschreiberei gehört zu den Dingen, die auf einer Speisekarte einfach nichts zu suchen haben, der Teller, nicht die Karte, soll mir sagen, was ich gerade esse. Die Ferkelbäckchen waren leider etwas über den Punkt gegart und fingen schon an zu zerfallen. An diesem Punkt hat Fleisch die unangenehme Eigenschaft trocken zu werden. Auch ist Schweinefleisch nicht so aromatisch wie Rindfleisch, welches hierfür die bessere Wahl gewesen wäre. Die Sauce war selbstgemacht, was angesichts der Bäckchen auch gar kein Problem darstellt, fällt doch ausreichend Fond bei Ihrer Zubereitung an.
Kritik: Die Sauce war mit etwas zu lasch und hätte eine längere Einkochzeit gut vertragen. Die Kartoffelbeilage war lecker, leider wurde meine Erwartungshaltung durch die Karte jedoch sehr enttäuscht. Mehr Mut zur Ehrlichkeit: Wer Stampfkartoffeln anpreist und dann solch eine Beilage serviert enttäuscht keinesfalls. Alles in allem muss ich aber sagen, ich hätte nicht erwartet einen Gastronom auf der Gourmetmeile zu treffen, der den Mut besitzt, Bäckchen anzubieten. Alleine dafür (und für die doch bodenständige Zubereitung) gebührt der Grossen Klus ein Schulterklopfen.

Gefüllte Raviolis mit Papaya-Tomaten-Salsa und Jakobsmuscheln

Gefüllte Raviolis mit Papaya-Tomaten-Salsa und Jakobsmuscheln

Dieses Jahr versuchte sich auch die Grosse Klus an Jakobsmuscheln, mit gemischtem Erfolg. Auch hier versprach die Karte nicht das, was der Teller zu halten bereit war. So waren die Jakobsmuscheln nicht gegrillt, als ich sie serviert bekommen habe waren sie sogar aufgewärmt, extrem geschrumpft, trocken und gummrig. Dazu muss man aber auch sagen, das Oliver diese am Freitag frisch zubereitet erhalten hat, wie auf dem Bild zu sehen ist. Was mich aber sehr freute, und das darf keinesfalls verschwiegen werden, waren die hausgemachten Raviolis. Alleine dieser Arbeitsaufwand ist ein Lob wert, dazu waren sie auch noch sehr schmackhaft, ebenso das Tomaten-Papaya Salsa und die nicht in der Karte aufgeführte Sauce. Des weiteren versprach die Karte nur eine Muschel, auf dem Teller lagen bei mir aber drei (denkbar schlecht) und bei Oliver zwei (augenscheinlich besser) gebratene Muscheln. Bei den Muscheln handelte es sich teils um Frisch-, teils um Tiefkühlware, ein Punkt, der bei der schlecht zu kalkulierenden Situation auf der Gourmetmeile nicht negativ bewertet werden sollte, auch wenn Frischware der Tiefkühlware definitiv vorzuziehen ist.
Kritik: Eine Jakobsmuschel auf solch einer Veranstaltung anzubieten kann sehr nach hinten losgehen, wie ich an meinem Teller sehen konnte. Die Salsa hätte einen Hauch von Schärfe vertragen, befand sich aber in sehr guter Gesellschaft. Selbst im größten Geschäft darf man Jakobsmuscheln aber keinesfalls so zubereiten, wie ich sie auf den Teller bekommen habe. So etwas erinnert an alten Kaugummi mit Röstaromen. Statt der Muschel hätte mir eine weitere Sorte Ravioli besser gefallen und wäre sicherlich auch einfacher umsetzbar, vielleicht mit einer feinen Fischfarce gefüllt. Die Jury hat dieses Gericht aber so sehr überzeugen können, das es den 2. Platz gewann. Nicht zu unrecht, wenn die Jakobsmuscheln gut zubereitet waren.

Victoria Hotel

Mit Chorizo gefüllte Poulardenbrust an Rotweinspinat mit Rosinen und Reibeküchlein

Mit Chorizo gefüllte Poulardenbrust an Rotweinspinat mit Rosinen und Reibeküchlein

Wir schaffen es leider nicht jedes Gericht zu bewerten, den größten Anteil daran hat natürlich das liebe Geld. Würden wir jedes Gericht auf der Gourmetmeile dieses Jahr bewerten wollen, so hätten wir die stolze Summe von 286,50 Euro bezahlen müssen. Da wir alles aus eigener Tasche zahlen mussten wir einige Gerichte auslassen. Dazu gehört leider auch der von der Fachjury zum Sieger gekrönte Beitrag des Victoria Hotels, das „Dreigestirn von Prinz, Bauer und Jungfrau“. Statt dessen haben wir aber „Das Bützchen“ probiert, eine mit Chorizo gefüllte Poulardenbrust auf Rotweinspinat mit hausgemachtem Reibeküchlein. Mich interessierte vor allem der Spinat, zubereitet mit Rosinen, eine gelungene Kombination, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Leider litt dieses Gericht unter den Umständen, die so eine Massenveranstaltung mit sich bringt. Der Reibekuchen war trocken, der Spinat leicht gräulich durch die lange Hitzeeinwirkung und die Chorizzo war zu mild, ich hatte einen kräftigeren, feurigeren Geschmack erwartet.
Kritik: Die Idee war hervorragend, die Umsetzung leider durch das warmhalten der Speisen suboptimal. Der Spinat war wunderbar saftig, daher benötigte das Gericht keinerlei Sauce. Wie gerne hätte ich diese Speise frisch zubereitet gegessen. Natürlich ist das auf der Gourmetmeile so nicht möglich, frisch erwärmte Beilagen hätten dem Gericht aber besser gestanden als Chevingdish-Leichen zu servieren. Wenn hier am Arbeitsablauf gefeilt wird würden die Speisen aber klar davon profitieren.

Hotel Bad Minden

Magosorbet mit Kokosschaum und Minzpesto

Magosorbet mit Kokosschaum und Minzpesto

Letztes Jahr gewann das Hotel Bad Minden bereits einen Sonderpreis für sein „Himmlisches Tütchen“. Dieses Jahr hingegen war nix mit Sonderpreis, diesmal war der Hauptgewinn angesagt. Leider habe ich von dem Sieg erfahren bevor ich diesen Artikel fertigstellen konnte. Des weiteren wurde uns dieses Dessert spendiert, ein Fakt, der  mich dazu bewegt, noch genauer hinzuschauen. Leider muss ich sagen, das ich keinerlei Kritik anbringen kann. Das zweite Jahr ein Sorbet, das zweite Jahr Molekularküche. Es bleibt abzuwarten, ob sich das im nächsten Jahr wiederholt. Das wäre dann mein Kritikpunkt. Andererseits, so ein gutes Sorbet lass ich mir dann auch gefallen.

Roastbeef mit Süßkartoffelpüree und Sommergemüse

Roastbeef mit Süßkartoffelpüree und Sommergemüse

Und dann würde ich vorschlagen, das gewürfelte Sommergemüse durch ein anständiges Ratatouille zu ersetzen, frisch gebratene Aubergine birgt, wie ich erleben musste, das Risiko bissfest zu sein, was diesem Nachtschatten-gewächs nicht sonderlich dienlich ist. Auch der grobe Rosmarin ist nicht sonderlich schmackhaft, es sei denn, er wird ordentlich mit angeröstet. Das Süßkartoffelpüree hingegen, kombiniert mit der kräftigen Sauce und dem auf den Punkt gegarten Roastbeef harmonierte wunderbar.
Kritik: Hatten wir dieses Gemüse nicht schon letztes Jahr? Geschmort als Ratatouille hätte es mir besser gefallen und verhindert, das die Aubergine noch unangenehm biss hätte. Ansonsten freut es mich aber sehr, das sich die Bemühungen ausgezahlt haben und das Hotel Bad Minden den 1. Platz gewinnen konnte.

Fazit

Für mich die Innovation dieser Gourmetmeile war der Blattspinat mit Rosinen. Was für eine Kombination. Gerade in der Verbindung mit Geflügel eine mehr als gefällige Angelegenheit. Gourmetspeisen fanden sich dieses Jahr immer noch nicht an jedem Stand, das ist aber auch nicht Sinn und Zweck der Gourmetmeile. Was sich aber an allen von uns besuchten Ständen finden ließ war freundliches Personal. Die Ehrlichkeit der Grossen Klus hat mir besonders gefallen. Alles in allem war eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr zu schmecken, endlich gab es nicht mehr nur Garnelenspieße, Entenbrust und Lamm. Ich freue mich bereits auf das nächste Jahr und wünsche mir wieder so viel Sportsgeist wie dieses Jahr, weitere ungewöhnliche Gerichte und sage herzlichst Danke.