Safthuhn

Viel zu oft muss man viel zu trockenes Huhn essen, überwürzt mit Salz und Paprika, weil der Vogel ansonsten nach nichts mehr schmecken würde. Und eigentlich will man dann doch nur die Keulen essen, die Brust ist meist so dröge, das man sich fragt, warum man sich ein halbes Hähnchen vom Grill bestellt hat. Jedes mal erneut.

Zum Glück hat das jetzt alles ein Ende, und zwar sofort, denn dieses einfache Rezept gelingt immer und niemand wird sich mehr wünschen, die Keule bekommen zu haben, sobald man in das tropfend saftige Fleisch der Hühnerbrust beißt…

Zutaten

  • 1 Huhn, ohne Innereien
  • ca 120 g Salz
  • Wasser
  • 50 g Butter

Zubereitung

  1. Schneide den Pürzel des Huhnes ab. Das ist diese Frackspitze am Hinterteil des Huhnes. Der schmeckt bitter, den will man nicht dabei haben. Gleich ab in den Müll damit.
  2. Nun entfernst Du noch den Glücksknochen, dadurch lässt sich das Huhn zum Schluss ganz einfach zerlegen.
  3. Wasch das Huhn nun einmal gründlich kalt ab.
  4. Lege das Huhn nun in eine Schüssel, die das Huhn gerade so aufnimmt, nach oben aber etwas Platz bietet, denn hier muss jetzt noch Salzwasser drauf.
  5. Für das Salzwasser löst Du pro Liter 60 g Salz in kaltem Wasser auf. Mit 1-2 Litern Wasser solltest Du pro Huhn hinkommen, wichtig ist das Mischverhältnis 60 g Salz zu 1 Liter Wasser. Das Huhn muss komplett mit Wasser bedeckt sein.
  6. Lass das Huhn für mindestens 6 Stunden im Kühlschrank stehen.
  7. Wasch das Huhn erneut kalt ab und trockne es mit Küchenpapier ab.
  8. Nun beschmierst Du das Huhn mit Butter, überall, mit Händen oder mit nem Pinsel. Ich mache mit der Hand und massier den Leckerbissen vorher ordentlich.
  9. Nun kommt der Vogel bei 90 Grad Umluft für ca. 90 Minuten auf einem mit Backpapier belegtem Backblech und der Brust nach oben in den Ofen.
  10. Das Huhn muss ganz durch gegart sein, im Zweifel lässt Du es noch 15 Minuten länger im Ofen, besser jedoch ist es, Du misst die Kerntemperatur des Tieres, 75 Grad wären aus hygienischer Sicht wichtig. Wer sich traut, der geht auf 68 Grad. Auf eigenes Risiko.
  11. Lass das Huhn nun einfach 45 Minuten auskühlen, direkt auf dem Backblech, irgendwo in der Küche, nur nicht im Ofen oder dem Kühlschrank.
  12. Heiz den Ofen nun auf 230 Grad Oberhitze vor.
  13. Jetzt zerlegst Du das Geflügel in die beiden Keulen und die Brüste. Leg diese flach auf ein Backblech, am besten wieder mit Backpapier, und schieb sie auf mittlerer Schiene in den Ofen.
  14. Das ganze ist fertig, sobald die Haut schön knusprig geworden ist. Das sollte nicht länger als etwa 5 Minuten brauchen.

Das wars. Ein wenig frisches Gemüse dazu, etwa Möhren und Lauchzwiebel, ein paar neue Kartoffeln oder Stampfkartoffeln, mehr braucht es nicht, um ein perfektes Essen zu zaubern.

12 Gedanken zu „Safthuhn

  1. Danke für den Hinweis auf Heston Blumenthal und vor allem sein roasted chicken. Revolution des Backhähnchen! Wahnsinnsgeschmack.

  2. Danke für den Zubereitungstipp, hat alles geklappt – ich fand nur die 60g Salz je Liter etwas viel und hab „nur“ 50g genommen – trotzdem, ich fand es immernoch zu viel.
    Hängt sicher auch von der Zeit ab die man das Huhn in der Salzlake lässt (in meinem Fall über Nacht ca 7h).

    Huhn war super Zart und echt lecker wenn auch etwas salzig.

    Ps: Antwortest du eigentlich auch noch auf deine Emails von info@culinaricast.de?
    Ich hatte dir neulich geschrieben und du hast noch nicht geantwortet 🙁

    Wie dem auch sei
    Frohes kochen allen und schöne Grüße aus BaWü
    Dirk

  3. Geiler Scheiß!
    heute genau nach Anleitung mit einer Maispoularde gemacht.
    Nächstes mal werd ich vielleicht auch ein wenig weniger Salz nehmen, aber versalzen war es bei weiten auch nicht. Sehr sehr lecker!

  4. Da ich selten für mehr als eine Person koche, stellt sich mir die Frage, ob man theoretisch auch Hühnerbrüste oder Putenschnitzel auf diese Weise zubereiten kann? Also sie vorher einige Zeit in Salzwasser marinieren, um sie dann zu grillen oder zu braten.

  5. In einem Podcast hatte Sven glaube ich auch erwähnt dass das auf jeden Fall auch geht – also das Marinieren in Salz und dann grillen.
    Allerdings davor natürlich unter 100°C die Kerntemperatur am der dicksten Stelle (Putenbrust) erreichen, dann bleibt das Fleisch auch saftig nach dem Grillen. Vorteil – das Fleisch benötigt nur noch Farbe, durch ist es ja schon. Putenschnitzel sind damit sicher auch denkbar.

    • Ich hatte das so verstanden, dass man es im Ofen bei 90 Grad gart und dann den Teil mit hoher Hitze, der die Haut knusprig machen soll auf dem Grill erledigt.
      Es also schon vorgegart vorbereitet vor dem Grillen.

  6. Tolle Sache!
    Hast auch Literatur Empfehlungen dazu, wo der Physikalische Prozess erklärt wird und das richtige Mischungsverhältnis der verschiedenen Fleischsorten?

  7. Pingback: Zeitsouveränes Nachhören zum zeitsouveränen Nachlesen (#03_Der_Culinaricast) | sEb

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