Bethmännchen


Flattr this

Bethmännchenteig

Bethmännchenteig

Ein fertiges Bethmännchen

Ein fertiges Bethmännchen

Zutaten

  • 250 g Marzipanrohmasse
  • 75 g Puderzucker
  • 1 Ei
  • 30 g Mehl
  • 50 g geschälte, gemahlene Mandeln
  • 125 geschälte Mandeln

Zubereitung

  1. Heiz den Backofen auf 160 Grad (140 bei Umluft) vorheizen
  2. Als erstes trennst Du das Ei. Das Eigelb brauchst Du zum einstreichen, das Eiweiß für den Teig.
  3. Siebe das Mehl und den Puderzucker auf eine Arbeitsplatte und verknete dies mit dem Eiweiß, den gemahlenen Mandeln und dem Marzipan ordentlich zu einem glatten Teig.
  4. Die geschälten Mandeln werden halbiert. Die brauchen wir nacher für die Verzierung.
  5. Forme aus dem Teig kirschgroße Kugeln und drücke in die Oberseite je 3 halbierte Mandeln (siehe Bild)
  6. Die Kugeln kommen auf ein Backblech mit Backpapier.
  7. Vermische das Eigelb mit 1 El Wasser und bepinsel die Bethmännchen.
  8. Nun kommt das ganze für 15-20 Minuten in den Ofen.
  9. Lass die Bethmännchen gut auskühlen, bevor Du sie in eine Keksdose oder ähnliches gibst.

Das Rezept ist total simpel und läßt sich gut mit Kindern zubereiten. Lediglich das halbieren der Mandeln ist eine etwas filigrane Arbeit. Wenn es Dir zu schwer ist, die Mandeln der länge nach zu halbieren, dann versuchs entweder mit ganzen Mandeln oder Mandelblättchen. Ihrem Geschmack schadet das nicht.

Die Menge ergibt ca 30 Bethmännchen die nach ca 3 Wochen in der Keksdose ihr bestes Aroma entwickelt haben.

Herkunft

In der Wikipedia wird eine mögliche Geschichte der Herkunft dieser feinen Speise beschrieben:

Einer Legende nach sollen die Bethmännchen, ein Konfekt aus Marzipan, im Jahr 1838 von dem Pariser Konditor Jean Jacques Gautenier erfunden worden sein, der damals Küchenchef im Hause Bethmann war. Ursprünglich seien die Bethmännchen mit vier Mandelhälften bestückt gewesen, eine für jeden der vier Söhne. Nach dem Tode Heinrichs im Jahr 1845 sei fortan eine Mandelhälfte weggelassen worden. Diese Legende ist allerdings umstritten, zumal Simon Moritz schon 1826 verstorben war. Wahrscheinlich sind die Bethmännchen daher schon älter.

Unklar ist ihre Herkunft, bekannt sind sie jedoch aus Frankfurt am Main. Dies ist, sollte die obrige Geschichte stimmen, sicher auch ihr Herkunftsort. Interessant finde ich einen anderen Ansatz: Betmänner. Da die Bethmänner ein Weihnachtsgebäck sind, könnte es möglich sein, das sie die drei heiligen Könige darstellen sollen, wie sie um die Krippe des Jesu knieend beten. Das Rezept könnte durch Bethmanns Kontakte nach und/oder Besucher aus Frankreich nach Frankfurt gelangt sein. Sowohl Napoleon, als auch Madame de Staël waren in seinem Haus zu besuch. Des weiteren war Frankfurt nie besonders bekannt für seine Marzipanproduktion, Frankreich jedoch schon. Hier ein Zitat aus der deutschen Wikipedia, dem Artikel über „Marzipan“ entliehen.

Weltbekannt sind das Lübecker Marzipan und das Königsberger Marzipan. Hochburgen für die Marzipanproduktion sind Toledo (Spanien), Aix-en-Provence (Frankreich) und Lübeck (Deutschland).

Was die Anzahl der Mandelhälften auf dem Gebäck angeht, so möchte ich hier einmal die Wikipedia zitieren (aus dem Eintrag zu „Heilige drei Könige„)

Die Zahl der Weisen schwankt in den ersten christlichen Jahrhunderten. Origenes (185–254) nennt als erster die Dreizahl der Magier. Auf Wandgemälden der S.-Domitilla-Katakombe sind vier statt der üblichen drei Könige dargestellt, in einer anderen Katakombe sind (wohl aus symmetrischen Gründen) nur zwei Könige mit phrygischen Mützen abgebildet.

So könnte sich die Anzahländerung erklären. Jedoch konnte ich bis jetzt keine Quelle auftun, die verlässlich Informationen über die 4. Mandelhälfte berichtet. Der Grund, warum in Bethmanns Haus die 4. Mandeln aufgrund des Todes seines Sohnes Heinrich weggelassen wurde, will sich mir nicht erschließen. Denn, warum wurde nur nach seinem Tod eine Mandelhälfte weggelassen? Der Vater,Simon Moritz von Bethmann, konnte dies nicht veranlasst haben, starb er doch bereits 1826, sein Sohn Heinrich jedoch erst 1845. Soweit meine, um ehrlich zu sein, Spekulationen. Und wirklich wichtig ist es im Grunde auch nicht, woher das Rezept oder der Name dieser kleinen Köstlichkeit stammt, aber für eine nette Unterhaltung oder eine interessante Gesprächsrunde an der weihnachtlichen Festtafel sollte es genügen.

5 Gedanken zu „Bethmännchen

  1. Danke für die extra Infos. Solchen Geschichten darf man sicher nicht zu ernst nehmen, jedoch gehören die zu genauso zur Kulturgeschichte, wie die Backwaren selber. Selbst wenn nicht einmal ein Fünkchen Wahrheit dran ist, so kann man doch trefflich bei einer Tasse Tee und Bethmännchen zusammen spekulieren 😉

  2. Supi – das Rezept werde ich am Wochenende gleich mal ausprobieren!
    An der Stelle auch ein großes Danke für Deine Podcasts, die ich neulich mal gefunden haben und jetzt so nach und nach durchhöre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.